Alles schon da gewesen. Alles schon gelesen. Alles irgendwie: langweilig. Die meisten Produkte und Dienstleistungen sind vergleichbar. Jedes noch sehr gehypte nächste große Ding, ist schon mal da gewesen oder bekommt schon bald einen Nachfolger. Im Prinzip nichts Schlimmes. Nur: Für Texter wird es da eng. Wie sollen sie Neues schreiben, wenn es nichts wirklich Neues gibt? Die Lösung: Öfter mal die Perspektive wechseln. Und Mehrwerte kommunizieren.

Aus einem anderen Blickwinkel heraus beschreiben

„Wir sind die Geilsten!“  In dieser Art lief der einseitige Werbemonolog über viele Dekaden mehr oder weniger gut. Derartige Behauptungen konnten jedoch höchstens durch glaubhafte Auszeichnungen oder Bestnoten von unabhängigen Organisationen wie Stiftung Warentest & Co. be- bzw. widerlegt werden. Aber wirklich bewiesen? Wurde bislang kaum. Eine gute Möglichkeit das zu tun sind heute echte Kundenstimmen und echte Anwenderstories. Letztere eignen sich besonders gut für komplexe und erklärungsbedürftige Produkte. Denn der Nutzen kann anhand von einfach erzählten Geschichten sehr einfach transportiert werden. Wichtig: Achten Sie als Texter solcher Stories darauf, dass Sie authentische Protagonisten sprechen lassen, mit denen sich die Leser schnell identifizieren können. Am Ende sollte der Leser das Gefühl haben: „Super, der hatte das gleiche Problem wie ich und konnte es mithilfe dieses Produktes, dieser Idee oder Dienstleistung lösen!“.

Texter-Tipp: Schreiben Sie aus der Perspektive der Nutzer!

Best Practice: Sehr gelungen ist die Kampagne Elternstolz: das Bayerische Wirtschaftsministerium, IHKs und Handwerkskammern werben in ihrer aktuellen Kampagne gemeinsam für berufliche Ausbildung mit echten Testimonials. Seit Dezember 2015 wurden hierfür Eltern und ihre Kinder, die sich in einer Ausbildung befinden, aufgerufen, für die Kampagne „Karriere mit Lehre“ zu werben. Das Ergebnis: Emotionale Stories, die unmittelbar, verständlich, leicht zu merken, wiederzugeben und absolut authentisch sind – in Form von Texten, Bildern und Videos.

Neben den Geschichten, wie es zur jeweiligen Ausbildung kam, transportieren die Stories immer auch ein wenig die persönlichen Umstände der Testimonials. Wie zum Beispiel die Vergleichbarkeit von einem Zwillingsmädchen mit ihrer Schwester. Bewusst wollte die eine sich durch eine Ausbildung von ihrer Zwillingsschwester, die das Abitur anstrebte, abgrenzen. Mit Erfolg: Durch ihren eigenen Lebens- und Arbeitsweg wurde sie endlich als eigenständige Persönlichkeit wahrgenommen – und nicht als eine von „den Zwillingen“. Das ist hoch emotional, verständlich, authentisch und nachvollziehbar – insbesondere für Jugendliche, die auf der Suche nach ihrem Weg und ihrer Identität sind.

Mit einem neuen Gefühl einfach mehr erzählen

Menschen kaufen nicht Produkte, sie kaufen Überzeugungen. Also die Ideen, Visionen und Werte hinter den Produkten. Erzählen Sie also, warum Sie sich für genau diese Zulieferer entschieden haben, wie die Zusammenarbeit im Alltag funktioniert und wie Sie als Partner immer besser werden. Beschreiben Sie das Making-of Ihres neuen Produktes. Kommunizieren Sie mehr als nur Daten und Fakten. Lassen Sie Ihre Leser ein Teil Ihrer Prozesse werden. Lassen Sie Ihre Kunden Ihren einzigartigen Spirit fühlen. Yeah!

Texter-Tipp: Schreiben Sie einfach, ohne Fremd- und Fachwörter, in kurzen Sätzen, als würden Sie einem Kind etwas erzählen. Vor allem: Erzählen Sie! Nutzen Sie die Methode des Storytellings.

Storytelling als roter Faden für Texte, die wirklich etwas zu sagen haben

Denn: Gutes Storytelling vermittelt durch Produkt- oder Unternehmensgeschichten Schlüsselinformationen über das Produkt oder das Unternehmen, die unser Gehirn aufgrund seiner Erfahrungen leicht erkennen und verarbeiten kann – bis hin zu einer Entscheidung über das Unternehmen oder das Produkt. Arbeiten Sie Ihre Mission und Kernbotschaft heraus. Sie ist der rote Faden, der sich durch all Ihre Stories und Kommunikation zieht. Sie ist Ihre Leitstory. Ihr Leitbild. Die Orientierung für Sie, Ihre Teams und Kunden.